Am fruehen Abend ging es dann also endlich zu unserem ersten NHL-Spiel. Ab in die U-Bahn und zum World Trade Center. Kein Problem. Treppen hoch, um zum Path-Zug zu kommen. Und hier erlebten wir dann zum ersten Mal, was der Amerikaner als Rush Hour bezeichnet. 18.00 Uhr der halbe Financial District will nach Hause. Das natuerlich ausserhalb von Manhattan liegt. Zum Beispiel in New Jersey…
Aber es half ja nix! Halbe Stunde spaeter und nicht zerquetscht standen wir vor dem Prudential Center (Wer mit dem Auto kam, musse 20 (!!!) Dollar fuer den Parkplatz bezahlen.) Wir sogen erstmal die ersten Eindruecke ein. Ein riesiges Blinker-Blinker-Logo an der Fassade, eine grosse Eishockeyspieler-Skulptur – wo wir wieder auf fotografierende Asiaten trafen – und auf dem Boden eingelassene Erfolge und wichtige Platzierungen.
Aber wir waren ein bisschen spaet dran und so hiess es gleich rein und unsere Plaetze im Oberrang suchen. Im ersten Drittel war gegenseitiges Abtasten angesagt und das Spiel recht ausgeglichen. Aber spannender fuer uns war natuerlich das ganze Drumherum. Nationalhymne, ein grimmiger und ein plueschiger Devil, Cheerleader, Orgel… alles am Start.
Auffallend war, dass der ueberwiegende Teil der Zuschauer mit Trikot herumlief, vorzugsweise die Nummern 30 (Brodeur) und 9 (Parise). (Tja, die 21 geht wohl nicht so gut, Herr Niedermeyer ;)) Fuer uns Deutsche waren die zwei bis drei Werbeunterbrechungen waehrend des Spiels mit der Zeit etwas nervig. Ab dem 2. Drittel machten die Devils dann doch ernst und gewannen letztendlich mit 6:3. Ein paar kleine und groessere Pruegeleien gab es auch.
Lustig auch, wen man in der Fremde alles so trifft. Gleich zu Beginn lief uns ein Haie-Fan ueber den Weg und in der 2. Drittelpause sahen wir ploetzlich ein uns seeeehr bekanntes Trikot mit der Nummer 11 ueber den Gang laufen. Wir hurtig hinterher und uns vor die Herrentoilette platziert, wohin der junge Mann entschwunden war. Der staunte nicht schlecht, als er uns sah. Auf seiner NHL-Rundreise (11 Spiele) hatte er schon einige deutsche Fans getroffen, aber noch nie andere Eisbaerenfans. Mal sehen, ob wir ihn Mittwoch und Donnerstag auch erwischen.
Am Mittwoch war dann Shopping angesagt. Diverse Shops, die wir auf der Liste hatten, entpuppten sich als harmlos. So liess uns zum Beispiel der Christmas Shop recht kalt. Bis auf einen Eishockeyanhaenger, den wir natuerlich mitnehmen mussten. (Gruss an einen einzelnen Herren: auch in Amerika schreibt man durchaus ICE Hockey!)
Dafuer haben wir andere Laeden entdeckt, die alles andere als harmlos waren. Aber da breiten wir lieber das Maentelchen des Schweigens drueber. 🙂
Nebenher haben wir uns noch das Rockefeller Center nebst Eisbahn angeguckt. Alles uebrigens wieder bei strahlendem Sonnenschein. Klar, schliesslich hat Andrea Geburtstag!
Schwups, war die Zeit auch schon wieder um und wir mussten Richtung Madison Square Garden aufbrechen. Dieses Mal waren wir deutlich frueher dran. Zeit also fuer diverse Fotos und kurze Gespraeche. Und wir waren baff, wie vielen Rangerfans die Eisbaeren Berlin was sagten. Irgendwie sehr cool. 🙂 (Ein Ire behauptete Susanne gegenueber, dass die Baeren zur Saisonvorbereitung 10/11 in Belfast spielen… weiss da wer was Genaueres…?)
Der Garden hat rein aeusserlich seine besten Tage hinter sich. Aber es hat natuerlich trotzdem was, in diesen heiligen Hallen zu wandeln. Wir hatten super Plaetze und merkten schnell, dass hier doch etwas mehr Stimmung in der Bude war als gestern. Aber es war natuerlich auch ein Derby! Und wir scheinen den Heimmannschaften Glueck zu bringen. Die Rangers gewannen naemlich 5:0.
Aber viel spannender war natuerlich die Frage, wann den endlich die Ueberraschung fuer Andrea passieren wuerde. Zum Glueck hatte das Warten Mitte der 1. Drittelpause ein Ende. Andrea hatte naemlich den Ehrenplatz unter den Gruessen. Gleich als erstes flammten die Worte ‚Happy Birthday, Andrea!‘ auf dem Videowuerfel auf. Nebst Unterschrift aller Beteiligten natuerlich. Susanne drueckte geistesgegenwaertig auf den Ausloeser und Andrea…
„Ganz, ganz lieben Dank! Was fuer eine Ueberraschung! Ich hab mich tierisch gefreut!“
Hat sie, bestaetigt Susanne an dieser Stelle. Natuerlich nochmal mehr, als sie ploetzlich einen Beutel mit New York Rangers-Merch in die Hand gedrueckt bekam. Der hat sie so fasziniert, dass sie ihn waehrend des restlichen Spiels 3 Mal aus und wieder eingepackt hat (und dann nochmal in der Bahn auf dem Weg nach Hause).
Auffaellig war heute, dass das ganze drumherum heute sehr viel mehr old school war als gestern bei den Devils. Gediegener, weniger Brimborium und eben deutlich mehr Fanaktivitaeten als gestern. Natuerlich weit entfernt von dem, was wir von unseren Baeren gewoehnt sind. 🙂
Stichwort Baeren… unsere Nummer 11 haben wir natuerlich auch wieder getroffen und zwei Adlerfans. Die Eishockeywelt ist ein Dorf…!
to be continued…