Wenn einer eine Reise tut…

Zuerst mal ein fettes Dankeschoen von Andrea fuer all die lieben Glueckwuensche. Das haben wir gestern im Eifer des Gefechtes doch glatt vergessen. 🙂

Es ist Donnerstag Abend und unsere Zeit hier ist schon fast rum. Im Augenblick sitzen wir in dem Zug, der uns zu unserem dritten und letzten NHL-Spiel bringt. Aber huebsch nacheinander…
Als wir heute frueh aufstanden, hatten wir schon morgens Fuesse! Sonst stellten die sich immer erst Mittags ein. Und Susanne hatte dazu noch Ruecken. Und Nacken hat man in New York sowieso immer! Scheiss Wolkenkratzer!
Aber es half ja nix…
Erstmal fruehstuecken und dann ab zur Central Station. Das ist mal ein Bahnhof!!! Gleich nebenan das Chrysler-Building. Definitiv besser aus der Ferne zu betrachten. Aber die Lobby kann schon auch was! Ach ja… Susanne macht jetzt einen auf Trendsetter in Berlin. Sie hat sich Gummistiefel gekauft! 😉 Und ihr Satz des Tages war: „Warte mal eben…“ Dann hatte sie schon die Kamera im Anschlag und machte Bilder. Im Hochformat natuerlich. Ihr wisst… die Wolkenkratzer…
Dann sind wir gemuetlich die 5th Avenue heraufgeschlendert. Da hat wirklich alles was Rang und Namen hat einen Laden!
In der St. Patrick’s Cathedral war leider Gottesdienst, so dass wir nur von hinten einen Blick riskieren konnten. Aber auf der Strasse wurde es ploetzlich auch viel spannender. Wir hoerten ein Hoellenspektakel und mussten natuerlich erstmal gucken gehen. Transporter um Transporter rauschten mit viel Gedoens an uns vorbei. Offenbar eine kollektive Bar Mizwafeier-Kolonne, wie uns die Transparente verrieten. (Die Bar Mizwa ist sowas wie die Konfirmation bei den Juden). Anscheinend feiern die die Jugendlichen in NY gemeinsam.
Wir liefen weiter, da wir ja nochmal in den Zooladen wollten. Kurz und schmerzlos waren wir da fertig und als wir wieder am Anfang des Central Parks waren, bot sich uns das naechste Schauspiel. Vor und rings um das Hotel Plaza standen mindestens 50 Autos der NYer Polizei. Alle Lichter am Blinken. Ein Anblick wie in einem Hollywood-Actionstreifen! Warum sie das taten, erschloss sich allerdings null! Zumal sie sich ploetzlich auf irgendein Kommando hin in Bewegung setzten. Akurrat einer nach dem anderen. Die eine Haelfte die 5th runter, die andere in Richtung 7th. Kapiert haben wir das nicht, aber es sah cool aus!
Nach einer kurzen Pause im Hotel machten wir uns auf den Weg zur Penn Station. Noch eben testen, ob Burger King anders schmeckt als bei uns. Also, der Whopper ist definitiv drei Klassen besser!

Und nun fahren wir Zug in Amerika, wir verrueckten Huehner. Als ob das Chaos in NYC nicht reichen wuerde, fahren wir zur besten Rushhour mit dem Vorstadtzug! Was macht man nicht alles fuer sein Lieblingshobby. 😉

Als ich die Zeilen anfing zu schreiben, sassen wir ja bekanntermassen im Zug nach Hampstead. Jetzt sitzen wir wieder im Zug und zwar nach NY. Also, das hoffen wir zumindest. So genau weiss das hier im Zug grade niemand. In der Zwischenzeit ist viel passiert!

Der Zug zuckelte also schoen Richtung Hampstead. Die Gegend wurde immer schicken und immer mehr wie im amerikanischen Film. Schliesslich bei Ankunft folgten wir der Meute mit den roten Calgary Flames-Trikots, die ebenfalls den Bus suchten.

(Kurzer Einschub: Der Zug ist FAST richtig. Aber wir muessen in Jamaica umsteigen.)

Kollektiv fanden wir den richtigen Bus. Natuerlich wurden wir auch wieder nach unseren Trikots gefragt. Und es ging runter wie Oel, als einer der Jungs vor uns zu den anderen sagte, dass die Baeren ein ziemlich gutes Team seien.
Im Bus dann grosses Raetselraten, wo wir eigentlich aussteigen muessen. Als die Jungs in rot aufsprangen, sprangen wir hinterher und nach uns dann der halbe Bus. Da standen wir mitten im Nirgendwo. Amis, Kanadier, Skandinavier und Deutsche und keiner hatte einen blassen Schimmer. Eine lustige Schicksalsgemeinschaft. 🙂 In der Ferne (und wir meinen Ferne) erahnten wir dann das Logo der Islanders am Stadion. Im Pulk marschierten wir los, 15 Minuten spaeter waren wir dann endlich an der Halle.
Waren wir gestern noch der Meinung, dass der Madison Square Garden heruntergekommen sei, muessen wir heute ein wenig relativieren. Gegen das Nassau Colisseum ist er ein Schmuckstueck! Die Sitze hingen total durch und am Boden klebte man froehlich fest (Popcorn laesst gruessen!).
Aber die Halle hat schon Charme, wenn auch maroden…
Unsere Nummer 11 war natuerlich auch wieder am Start. Dies Mal im gleichen Block und in Begleitung der Nummer 27. Und auf dem Eis tummelte sich das Bruederchen von Richie Regher.
Das Spiel war recht ausgeglichen, aber die Islanders haben letztlich verdient 3:2 gewonnen. Sie waren einfach engagierter. Und wir bringen halt den Heimmannschaften Glueck, auch wenn wir dieses Mal eigentlich fuer die Gaeste waren. Hatten wir schliesslich den ganzen Flames-Fans unterwegs versprochen.
Die Athmosphaere war wieder voellig anders, als die Tage zuvor. Irgendwie eine Symbiose aus Old School und Entertainmenttempel. Aber was uns dies Mal richtig genervt hat ist diese staendige Unruhe. Andauernd rennt jemand rum und zu allem Ueberfluss hatten wir auch noch einen Kindergeburtstag hinter uns sitzen, wo mitten im Spiel das Maskottchen und gefuehlt 15 Leute Begleitung bei uns rumsprangen. Neee, das ist bei uns echt um laengen besser!
(Frage am Rande: Gibt es eigentlich irgendein Gesetz, welches besagt, dass mindesten ein Torhueter pro Mannschaft aus dem Grossraum NY die Rueckennummer 30 tragen muss?)
Nun standen wir nach dem Spiel vor dieser Halle, die immer noch im Niergendwo lag und suchten vergeblich ein Taxi. Da faehrt einfach jeder mit dem eigenen Wagen hin. Doch ploetzlich kam eins und das reagierte auch noch auf unser Gefuchtel. 🙂
Allerdings lud der Fahrer erstmal noch 2 weitere Fahrgaeste ein. Okaaayyy…
Wir erreichten jedenfalls den Zug und das war die Hauptsache! Und jetzt muessen wir nur noch den Anschlusszug in Jamaica kriegen…
(Was logischerweise geklappt hat, sonst saessen wir nicht am Rechner. ;-))

Das hier ist erstmal unser letzter Eintrag. Morgen frueh wird gepackt, dann noch ein paar Kleinigkeiten besorgt. Und dann heisst es auch schon Abfahrt zum JFK. Wenn der Flug puenktlich ist, landen wir Samstag frueh um 9.00 Uhr in Tegel. Und vermutlich brauchen wir dann erstmal ein paar Tage, um zu realisieren, dass wir nicht mehr in NY sind. 🙂

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