Sonntags geschlossen

Nach zwei nervigen Staus kamen wir nach vier Stunden endlich in Hamburg an und das bei wunderschönstem Schmuddelwetter. Ab ins Hotel, ein Traum in weiß auf der Elbchaussee mit Blick auf die Elbe. Da es mittlerweile doch spät war, stand als nächstes natürlich Abendessen auf dem Plan.
Das eine Restaurant war von der High Society von Blankenese okkupiert und fiel somit aus. Das andere… hatte zu. Ein Zustand, der uns an diesem Abend noch öfter begegnen sollte.
Uns blieb also nichts anderes übrig, als ins Auto zu steigen und Richtung infrastrukturell erschlossenes Gebiet zu fahren. Am Fischmarkt bot sich dann freundlicherweise ein – welch Überraschung! – Fischrestaurant an. Sah von außen gut aus, es gab noch Platz, also nix wie rein. Die Wahl entpuppte sich als hervorragend, das Essen war lecker und reichhaltig.
Aus dem Augenwinkel bekamen wir mit, dass der Laden sich so ab viertel vor zehn langsam leerte, bis wir die letzten Gäste waren. Andrea machte noch Scherze, dass sie noch nie letzter Gast in einem Restaurant gewesen sei und wir dachten uns nichts Böses. Gut, Susanne wunderte sich ein wenig über die regen Putzaktivitäten, aber wirkliche Rückschlüsse zog sie daraus nicht, es war schließlich erst kurz vor zehn.
Wir beide und Susannes Vater hatten nach dem üppigen Mahl jedenfalls noch Lust auf einen Espresso, den wir dann auch sogleich bestellten. Die Antwort des Kellners machte uns allerdings etwas sprach- und fassungslos: „Das geht leider nicht mehr. Die Maschine reinigt sich schon selber. Es ist Sonntag, da machen wir um zehn Uhr zu, denn sonntags muss die Unterhose um elf Uhr kalt am Bettpfosten hängen.“ Ähhhhh
Nun gut, dann haben wir halt bezahlt und ab ins Auto. Irgendwo wird es doch wohl noch Kaffee für uns geben. Auf dem Weg Richtung Hotel erspähte Andrea eine Tankstelle und sie scherzte: „Die haben bestimmt nur noch den Nachtschalter offen.“ Tja, schön wär’s gewesen. Da war gar nix mehr offen. Wir wissen nicht, wann wir das letzte Mal eine geschlossene Tanke gesehen haben! Eindeutig die falsche Ecke von Hamburg zum Kaffee trinken zwischen zehn und Mitternacht.
Wieder im Hotel hatten wir die Hoffnung längst aufgegeben, denn in der Lobby deutete nichts auf eine Bar hin. Da Susannes Vater aber nie schnell klein bei gibt, fragte er den freundlichen Herren an der Rezeption, ob er wohl Kaffee für uns hätte. Und wie er hatte! In allen Varianten und vor allem sofort. Er führte uns in den Speisesaal des Hotels. Unfassbar, was für ein Anblick sich uns da bot! Vollgestopft mit unnützem, aber verdammt dekorativem Krams. Hinreißend! Andreas Hyperventilationsattacke verpasste Susanne allerdings. Auf dem Buffettisch steht nämlich ein Eisbär in Eislandschaft als LED-Lampe. Susannes späterer Einwand, dass der viel zu groß für ihre Wohnung sei, wurde energisch abgewimmelt!
Jedenfalls bekamen wir endlich doch unseren Kaffee und den Schnaps dazu. Und die Welt war wieder in Ordnung.

Den heutigen Tag verbrachten wir größtenteils im Miniatur Wunderland. Aus angedachten zwei Stunden wurden vier. Es gibt aber auch viel zu sehen und vor allem tolle Details zu entdecken. Dringende Empfehlung! 🙂
Auf dem Weg zu unserer abendlichen Verabredung standen wir mal wieder vor einem Laden, der schon geschlossen hatte. Scheint der rote Faden zu sein. 😉
Aber die Kneipe, wo Andrea und Susanne ihre Verabredung hatten war offen. (Sonntag hätte das anders ausgesehen). Nach einem sehr schönen Abend mit alten Freunden sind wir nun wieder im Hotel angelangt und warten auf Mitternacht, um Susannes Mama hoch leben zu lassen.

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