Am letzten Tag empfing uns Wien mit strahlendem Sonnenschein. Also konnten wir auf unserer geliebten Terrasse im Halbstock frühstücken. Das Wetter und die Prognosen für den Tag führten dann auch dazu, dass wir kurzerhand unser Programm noch mal umgestellt haben.
Aber zunächst hieß es: Koffer fertig packen, Auschecken und Gepäck unterstellen. Unser erstes Ziel des Tages war der Zentralfriedhof. Nach etwas Sucherei fanden wir schließlich auch die Straßenbahn, die uns da hin bringen sollte. Mit Hilfestellung eines weiteren unglaublich freundlichen Wieners, der uns auch gleich eine kurze Fernführung über den Friedhof gab. 🙂
Dort angekommen, besichtigten wir erstmal die Kirche und die Präsidentengruft, dann machten wir uns auf Promi-Jagd. Zum Glück liegen die alle in Ehrengräbern ziemlich dicht beieinander. Lediglich Falco spielte ein wenig Verstecken mit uns, aber ein kurzer Anruf bei meiner Mutter brachte wenige Minuten später die Aufklärung, wo wir ihn finden konnten. (Hm… kommt selten vor, dass wir so schlecht vorbereitet sind. ;-)) Ein schönes Grab haben sie ihm da hin gebaut.
Da die Temperatur mittlerweile die vorhergesagten 29 Grad erreicht hatte und Schatten nur spärlich auf dem Friedhof zu finden war, hatten wir dann aber auch bald genug. Zumal Andreas Schultern schon recht rot leuchteten. Der größte Friedhof Europas ist aber ohnehin an einem Tag nicht zu bewältigen. Andere Teile müssen auf den nächsten Wien-Besuch warten.
Ebenso wie das Hofmobiliendepot, welches bei dem Wetterchen nicht wirklich verlockend war. Also stiegen wir in die Bahn und fuhren zum Prater. So genau wissen wir gar nicht, was wir da erwartet hatten, aber DAS auf keinen Fall. Ein Fahrgeschäft reiht sich an das nächste, überall schallt Musik heraus und es blinkert an allen Ecken und Enden. Ein bisschen wie in Amerika. Ziemlich abgefahren irgendwie. Und gleich ganz vorne war das Objekt unserer Begierde. Das Riesenrad mutet ein wenig wie ein Dinosaurier an, wenn man sich die anderen Attraktionen so anschaut. Aber es steht da ja auch schon seit 1897.
Erstmal machten wir uns aber auf den Weg zum Biergarten, also einmal quer durch den gesamten Prater. Dummerweise kamen wir dort zur besten Mittagszeit an, aber mit etwas Glück haben wir ein Plätzchen ergattert. Für Mittagessen war es eigentlich viel zu warm, aber die Gunst der Stunde wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen, zumal das Essen super aussah und auch sehr lecker war. Überrascht haben uns die Preise. Sie sind bei Weitem nicht so überzogen, wie man es aus Deutschland vom Rummel kennt.
Abgesehen von dem Preis für das Riesenrad: stolze 9 Euro wollen sie dafür haben. Aber, da wir das vorher wussten, ließen wir uns davon nicht abschrecken. Meine Höhenangst hatte ich einigermaßen im Griff. Nur aufstehen, rumlaufen und Fotos machen war nicht drin. Also habe ich den Blick einfach genossen und der ist schon sehr spektakulär. Kaum hatten wir das Riesenrad verlassen, fing ein kurzer Hitzeschauer an, vor dem wir aber rechtzeitig in die U-Bahn flüchten konnten. Als wir an der Oper die Bahn wieder verließen war der Regen vorbei, abgekühlt hatte es aber null!
Eigentlich wollten wir uns jetzt noch schnell wunderschöne neue Espressotassen von Meinl kaufen. Aber da waren sie wieder: die Wiener Öffnungszeiten. Der Laden war nämlich kein Café, sondern eine Konditorei und hatte demnach sonntags geschlossen. Nun gut, da muss dann wohl mal unser Wiener Kurier Holli ran. 😉
Ein wenig Zeit hatten wir noch, also genossen wir einen leckeren Eiskaffee im Aida-Café an der Oper, eh wir zurück ins Hotel gingen, um dann zum Flughafen aufzubrechen. Das reichhaltige Shopping-Angebot dort konnte uns allerdings nicht mehr verführen. Der Flieger ging pünktlich und angesichts der unentspannten Wettersituation auf dem Weg und auch in Berlin, war der Flug erstaunlich ruhig und die Landung butterweich.
Nun sind die fünf Tage Wien auch schon wieder vorbei. Ursprünglich hatten wir ja den Plan, dass wir nach Wien fahren und die Stadt damit für alle Zeit abhaken. Dass das nicht funktioniert, haben wir ja schon am zweiten Tag festgestellt. Gut, das touristische Pflichtprogramm haben wir im Großen und Ganzen absolviert. Aber es gibt noch soooo viel anderes, was wir uns noch anschauen wollen! Wien wird uns wieder sehen. So viel steht fest!