Auf der Suche nach dem Nullmeridian

Nach zwei Tagen Powershopping stand heute endlich Sight-Seeing auf dem Programm. Aber erst, nachdem wir uns bei einem ordentlichen englischen Frühstück gestärkt hatten. Danach führte unser Weg uns auf die andere Seite der Themse: nach Greenwich.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, man befindet sich in einer idyllischen englischen Kleinstadt. Schnuckelige Reihenhäuschen, maximal 3 Stockwerke hoch. Viele kleine tolle Läden, nette Cafés und Restaurants. Wäre da nicht der Blick über die Themse zur City of London.

Eigentlich suchten wir die Touristeninformation, als wir auf einem ganz entzückenden kleinen Markt landeten, wo es jede Menge Stände mit Kunstgewerbe, Klamotten und Schmuck gab, nebst jede Menge Köstlichkeiten zu essen, die verführerisch dufteten. In einem kleinen Delikatessenladen lockte uns ein Schild, auf dem Prosecco in weiß und rosé angepriesen wurde. Eine Seltenheit in London, der wir natürlich nicht widerstehen konnten. Nichts wie hinein in den Laden. Um etwas von den Köstlichkeiten zu probieren waren wir nach dem englischen Frühstück aber natürlich noch zu satt.

Frisch gestärkt erkundeten wir die vielen tollen Stände und es ist schon verwunderlich, dass wir zur Abwechslung mal kein Geld ausgegeben haben, obwohl wir eigentlich willig waren. Aber irgendwas passte immer nicht. Größe, Preis, Material… hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.

Da wir immer noch auf der Suche nach der Touri-Info waren, ging es in Richtung Themse und der Cutty Sark – einem alten Segelschiff, was dort ausgestellt ist. Und siehe da, dort versteckte sich zwischen Museum und Shop auch die Touri-Info. Nicht, dass wir sie wirklich gebraucht hätten, aber wir haben immerhin eine Karte von Greenwich bekommen, auf der der Null-Meridian genau eingezeichnet ist. Mittlerweile war der Sonnenschein einem kleinen Weltuntergang gewichen. Aber auch der strömende Regen hielt uns nicht davon ab, uns auf die Suche nach der Nulllinie zu machen.

Durch den Park, immer Richtung Observatorium. Dass sich das oben auf einem Berg befindet, haben sie in der Karte nicht erwähnt. Als wir oben ankamen, war der Regen aber mittlerweile einem wolkenzerfetzten Himmel gewichen, der uns einen wunderschönen Anblick auf die andere Seite der Themse – genauer die Skyline der Docklands – ermöglichte.  Dies entschädigte durchaus für den anstrengenden Aufstieg.

Laut Karte sollte der Meridian genau durch das Observatoriumsgelände laufen und  -ähnlich wie der Verlauf der Berliner Mauer –  schön sichtbar auf dem Boden gekennzeichnet sein.

Dumm nur, dass zwischen einem Foto und uns der Eintritt von mindestens 7 Pfund stand.

Soviel war uns der Spaß nicht wert. Schließlich befindet sich der Meridian ja nicht nur auf dem eingezäunten Gelände.

Aber wo wir schon mal da waren, wollten wir wenigstens noch ein paar Souvenirs vom Null-Meridian mitnehmen. Und so investierten wir die 7 Pfund lieber in entsprechenden Merch. Schließlich müssen wir unserem Ruf als Merchmob ja gerecht werden.

Mittlerweile war es wieder ein sonniger Herbsttag und von Wolken keine Spur mehr am Himmel. Also wanderten wir durch den Park, immer noch auf der Suche nach der Nulllinie. Und tatsächlich….

also wir sind felsenfest, also fast oder ziemlich sicher, dass dieser schmale quer verlaufende Backsteinstreifen auf dem Asphalt doch irgendeine Bedeutung haben muss. Zugegeben, an der Stelle nicht mehr so touristisch aufgehübscht wie sicherlich oben auf dem Observatorium, aber wir haben so dann doch noch unser Foto bekommen!!

Und so ganz nebenbei auch Susannes obligatorische Eichhörnchenbilder.

Zeit für eine Kaffeepause. Anschließend schauten wir noch auf einem kleinen Flohmarkt vorbei, aber dieser war größtenteils bereits im Abbau. Die tolle Kirche von Greenwich wollte uns auch nicht mehr  ihre –sicherlich tolle – Innenansicht präsentieren, daher machen wir uns langsam auf den Heimweg.

Da es aber noch nicht allzu spät war, legten wir noch einen kurzen Abstecher nach West End ein.

Ziel war der London Megastore. Ein großer Fantasyladen. Und mit so richtig bösem Sortiment. Nicht nur Merch und Figuren und Spiele und solchen Kram. Zu Susannes Leidwesen befand sich im Untergeschoss eine riiiesige Buchabteilung. Unfair.

Während Andrea aufgrund mangelnder Englischkenntnisse ja nur nach Büchern mit vielen Bildern schaut, wusste Susanne nicht in welche Ecke sie zuerst hüpfen sollte.

Hier Tolkien, dort G.R.R Martin und von ihrer Neuentdeckung Steampunk gab es auch jede Menge.

Da kam sie leider nicht ohne Tüte raus aus dem Laden. Aber sie verlässt London ja eh nie ohne Bücher. Von daher war es eher ein Pflichtkauf und somit auch erledigt.

Um uns herum schlossen nach und nach alle anderen Läden und somit wurde es auch für uns Zeit, uns auf den Weg zum Hotel zu machen.

Zum Glück wurde im Pub gerade ein Tisch frei und so konnten wir den schönen Tag bei Pie und Cider ausklingen lassen. Und morgen gehen wir Raben zählen…

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