Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der britischen Krone. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Tower of London stand auf dem Tagesplan. Tickets hatten wir uns clevererweise schon in Deutschland besorgt, so fiel diese Schlange schon mal weg. Am Einlass gab es überraschenderweise keine und so betraten wir bei herrlichstem Sonnenschein die historischen Gemäuer.
Und gleich lauerte der erste von fünf Shops auf uns. Aber da wir nicht die ganze Zeit mit Tüten rumlaufen wollten, ignorierten wir diesen. Naja Andrea scannte mal kurz durchs Schaufenster und entschied sich sofort für einen Kapuzenpullover und eine Tasse. Mehr konnte man durch die Scheiben aber auch nicht wirklich sehen.
Also erst mal ein bisschen auf dem Gelände rumlaufen und Fotos schießen. Gerne auch von dieser unbedeutenden Brücke vor den Toren des Towers. 😉
Hierbei kamen wir am zweiten Shop- dem Kindershop – vorbei. Und da dieser mit einem kompletten Schaufenster voller Kronen lockte, gab es diesmal für Andrea kein Halten mehr.
Genau diese Kronen waren einst der Auslöser für ihre kleine Kronenmacke. Oder besser gesagt ein komplett mit diesen Kronen geschmückter Weihnachtsbaum in Windsor.
Diesmal scannte Andrea das Angebot im Laden und entschied sich schon für ein paar Dinge mit Kronen.
Weiter ging es übers Gelände und ab in den White Tower. Bei Susanne ist es schon ein paar Jahre länger her, dass sie im Tower war, aber auch Andrea erkannte die Ausstellung nicht wieder. Im Zusammenhang mit dem Thronjubiläum der Queen wurde das Konzept komplett überarbeitet. Dabei raus gekommen ist eine tolle Erlebnisaustellung, in der auch Kinder eine Menge Spaß haben können. Kleine, wie große. Dazu gehören zum Beispiel auch tolle Schauspieleinlagen in historischen Kostümen, die überall auf dem Gelände stattfinden.
Nachdem wir uns ausgiebig die Rüstungen, Waffen und sonstigen Ausstellungsgegenstände angesehen hatten, wurden wir natürlich in einen Shop geleitet, der Dritte im Bunde. Clever, sehr clever… von außen kommt man in den nämlich nicht rein, also wurden wir quasi gezwungen, Geld auszugeben. Aber wir haben lauter nützliche Dinge gekauft, wenn man mal von dem kleinen Raben absieht, der es Susanne angetan hatte. Und Susanne hätte ja gerne hier auch ein Mitbringsel für ihre Eltern gejagt. Es gab nämlich sehr schicke Schnapsgläser mit der Gravur „Drink like a King“. Vergeblich suchte sie allerdings das weibliche Äquivalent für die Mama. An der Kasse angekommen, fragte sie nach den Gläsern für die Königinnen. Die – durch und durch britische – Kassiererin bestätigte, dass es diese nicht gibt. Auf die Frage, warum das so sei, sagte sie, dass sie das auch nicht wisse. Obwohl… doch. Das sei so ein „Henry-Ding“. Hm, also keine Schnapsgläser für die Eltern…
Draußen schien immer noch die Sonne und wir gönnten uns erst mal ein kleines Päuschen und beobachteten dabei die Schlage, die sich Richtung Kronjuwelen schob. Bevor wir uns da einreihten, gönnten wir uns aber zunächst einen Kaffee und hakten auf dem Weg dahin einen weiteren Programmpunkt ab: Foto mit Yeoman Warder. Hier gerieten wir an den vermutlich einzigen auf dem ganzen Gelände, der deutsch sprach und zwei Jahre in Berlin gelebt hatte. Okay, nicht in Berlin, sondern in Spandau, wie er gleich einräumte… und Dank der Tatsache, dass wir Berlinerinnen sind, stand dem gewünschten Foto auch nichts mehr im Wege.
Und nun also ab zum Herzstück des Towers. Die Schlange war mittlerweile ein wenig kürzer und so waren wir recht schnell drin. Auch hier war natürlich zum Thronjubiläum die gesamte Ausstellung neu gestaltet worden. Und so werden die Besucherschlangen sehr kurzweilig unterhalten. Je näher wir den Kronen kamen, umso aufgeregter wurde Andrea. Und kaum waren die funkelnden Schauvitrinen in Sicht, gab es kein Halten mehr. Schnelle Entscheidung für das hintere Laufband und ab ging die wilde Fahrt. Schon bei der ersten Krone brachen dann alle emotionalen Schranken. Andrea war völlig und hin und weg. Und viel zu schnell waren wir an der letzten Krone angelangt.
Ihr kindliches „Nochmal, nochmal, nochmal.“, konterte Susanne nur mit einem lachenden Blick in Richtung der Empore über den Kronen. „Wir kommen da nochmal zum Anfang.“
Und schon war Andrea unterwegs. Vorbei an den Schautafeln und Kronennachbildungen zum Anfassen ging es zurück. Nicht ohne das jede Krone auch von hier einer eingehenden Begutachtung unterzogen wurde und Susanne den Text jeder Schautafel übersetzten musste.
Und dann wieder ab aufs Laufband. Diesmal das vordere. Andrea in Paradise!
Die restlichen Ausstellungsstücke wurden dann zwar in vollkommender Glücksseligkeit angesehen, aber sie waren natürlich nur noch Zugabe.
Wieder draußen, musste Andrea erst mal kurz verschnaufen. Und wie geht das besser, als mit einer frischen Waffel am Stiel. Nach dieser war Andrea auch stark genug, um Laden Nummer vier zu betreten: den Kronjuwelen-Laden. Sehr hochwertiger Merch, der aber preislich außerhalb jeglicher Diskussion stand. Insofern blieb es bei einem Buch über die Kronjuwelen. Netter Nebeneffekt: in jedem Shop gab es andere Tüten. Auf der von hier prangt natürlich standesgemäß eine Krone.
Zum Abschluss sind wir noch über die Außenmauer gelaufen, Susanne hat noch ein paar Fotos von der total hässlichen Brücke vor den Toren des Towers gemacht und dann wurde es langsam Zeit für den geordneten Rückzug. Der führte uns zunächst zurück zu Shop Nummer zwei, wo diverse Kronen den Besitzer wechselten, vorbei an Shop Nummer eins, der zu unserem Entsetzen bereits geschlossen hatte. Aber es gab ja zum Glück noch den Flagship Store direkt beim Eingang, in dem es die gesammelten Werke gab. Eine Tasse und einen kuschligen Pullover später waren wir auch hier fertig. Die Abendsonne hüllte den Tower mittlerweile in goldenes Licht und glücklich und zufrieden steuerten wir die U-Bahn an. (Um das am Rande nochmal zu erwähnen – auch hier gab es natürlich einen Starbucks, in dem es die Tasse NICHT mehr gibt).
Im Hotel hatten wir ein Stündchen Zeit, eh wir auch schon wieder los mussten. Denn auf dem Abendprogramm stand ein Konzert von Diary of Dreams in Camden. Ein ziemlich kleiner Club, den man getrost als rappelvoll bezeichnen konnte. Nachdem wir im Vorprogramm eine Stunde Fields oft the Nephilim für Arme ertragen mussten, kam dann endlich Diary. Allerdings wieder mal ohne Keyboarder und vom Sound her das wohl schlechteste Konzert, das wir je von DoD gesehen haben. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Und zum Abschluss des Tages war das Glück uns dann auch noch hold, denn wir haben die letzte U-Bahn erwischt, die uns zurück nach Hause brachte.
Und jetzt geht es zu Harry Potter. Wir sind gespannt!