Zum vorläufigen Abschied aus Brüssel gab es am Vormittag noch einen kleinen Abstecher ins Stadtmuseum. Allerdings wollten wir dort nur einen ganz bestimmten Teil sehen. Das Original von Manneken Pis – in der Stadt steht aus Angst vor einem Diebstahl nämlich nur eine Nachbildung – und seine riesige Kleiderkammer!
Und die ist wirklich umfangreich. Kleider aus allen Herren Länder. U.a. entdeckten wir eine Eishockeyausstattung der Montreal Canadiens und auch Erich Honecker hat anlässlich eines Belgienbesuches eine DDR-Uniform für den kleinen Kerl als Geschenk mitgebracht.
Anschließend ging es dann mit dem Zug weiter nach Antwerpen.
Einer der schönsten Bahnhöfe weltweit empfing uns. Und wo wir schon hier waren, unternahmen wir gleich einen kleinen Abstecher ins Diamantenviertel.
Nicht gerade die schönste Ecke Antwerpens, aber mit Sicherheit die am besten überwachte.
Ein Diamantengeschäft reiht sich an das andere. Und dies ganze Straßenzüge lang.
Unsere klitzekleine Wohnung liegt nahe dem Hafenviertel. Wobei Wohnung… es ist ein kleines gemütliches Zimmer mit einem niedlichen kleinen Bad in einem Privathaus.
Diesmal sind wir nicht ganz so zentral untergebracht, aber auch Antwerpen ist nicht sehr groß. Von daher haben wir bei unserem kleinen Rundgang, um uns einen Überblick zu verschaffen, auch schon wieder einiges gesehen. Aber zunächst galt es, belgische Waffeln zu jagen. In Brüssel waren wir nicht dazu gekommen und im ersten Moment machte es den Eindruck, als würde es hier auch nicht klappen. Zwei von zwei gesichteten Waffelläden waren zu. Aber dann wurden wir doch fündig. Lecker gestärkt gingen wir dann auf weitere Erkundungstour und entdeckten auch prompt den Disneystore. Andrea hatte bereits am Bahnhof die Tüten vorbeilaufen sehen und große Augen bekommen.
Warum ausgerechnet Belgien einen dieser seltenen Shops weltweit erhält, erklärt sich uns nicht, aber egal…. Es gab auch lange nicht so viel wie in London, aber immerhin hatten sie die drei Antwerpen spezifischen Sachen um die Hälfte reduziert.
Die eigentliche Entdeckung des Tages aber waren Pralinen!
Nichts Ungewöhnliches in Belgien und wir haben bisher auch so gefühlt an die 100 Geschäfte gesehen. Aber dieser heute war schon etwas Besonders.
Kronleuchter, Gemälde und große Engelsfresken lockten uns von der Straße direkt den Teil des Paleis op de Meir, wo auch zwischenzeitlich Napoleons Feldmarschall untergebracht war, welcher sich als Schokoladenladen entpuppte.
Nicht nur die Inneneinrichtung ließ uns sprachlos werden, auch die Pralinenkreationen hatten es in sich. Weit entfernt von den sonst üblichen Geschmacksrichtungen hat der Chocolatier Dominique Persoone sich hier so richtig ausgetobt. Und so gibt es hier dann eben auch Pralinen mit Bacon-, Wasabi-, Sojasauce- Zigarren-, Sake-, Apfelessig- oder frittiertem Zwiebelgeschmack.
Klingt eklig, aber wenn es von einem Shock-o-latier zubereitet wird, dann ist es nicht ohne Grund Michelin Guide würdig. Wir haben Wasabi probiert und es war eine Geschmacksexplosion allererster Güte. Susanne ist ja eher nicht so das Schokomäulchen, aber bei der Praline ging auch sie in die Knie.
Man konnte in der angrenzenden Küche auch beim Herstellen zuschauen und einige große Schokoladenkunstwerke betrachten.
Da es in Brügge noch den Hauptsitz gibt, werden wir da auf jeden Fall nochmal einkaufen.
Da wird kein anderer Chocolatier mehr ran reichen. 🙂
Zum Abschluss des Tages haben wir uns dann noch ein nettes Restaurant mit flämischer Küche gesucht und lassen den Abend nun bei einem leckeren Bier im Zimmer ausklingen.