Ein Tag mit Rubens…

Nachdem wir uns heute Morgen erst mal ein Frühstück gesucht hatten, stand der Tag ganz im Zeichen des Sight Seeings und der Hochkultur. Unser erstes Ziel war das Rubenshaus. Da Rubens zu den Malern zählte, die auch schon zu Lebzeiten gut Geld verdient haben, konnte er es sich leisten, ein schnuckliges Anwesen mitten in Antwerpen zu kaufen und nach seinen Plänen gestalten zu lassen. So kann man durchaus mal wohnen. Von der Originaleinrichtung ist zwar nichts erhalten, aber allein die Gestaltung der Wände und Türen ist nicht von schlechten Eltern. Dazu kommt eine kleine, feine Ausstellung von Rubensgemälden und seinen Zeitgenossen. Ein sehr gelungener Auftakt des Tages.

Anschließend folgten wir dem vom Reiseführer vorgeschlagenen Weg, um zur Kathedrale zu gelangen. Dabei stellten wir fest, dass die Innenstadt Antwerpens eine einzige Shoppingmeile ist. Allerdings alles ein wenig außerhalb unseres Budgets. Aber Schaufenster gucken kann ja auch Spaß machen.

Schließlich kamen wir zur Kathedrale, hierzulande Onze-Lieve-Vrouwekathedraal  gennant. Ein sehr imposantes Bauwerk, was uns natürlich schon seit gestern permanent begleitet, denn der Turm ist von überall zu sehen. Da auch sie zu einer der größten Kirchen zählt, ist der Innenraum ebenfalls extrem beeindruckend. Zu den Höhenpunkten zählen zweifellos zwei der vier Rubensbilder, die hier ihren festen Platz haben, und die 300 Jahre alte hölzerne Kanzel, die einfach nur faszinierend ist. Wir haben schon viele Kanzeln gesehen, aber diese zählt wirklich zu den schönsten. Leider konnte man nicht alles besichtigen, da an allen Ecken und Enden restauriert wird. Aber auf 117 Meter Gesamtlänge gab es trotzdem mehr als genug zu sehen. 😉

Als wir aus der Kathedrale raus kamen, hatte uns der Wettergott leider verlassen, der uns bisher so hold gewesen war. Es nieselte und der Himmel war grau und wolkenverhangen. Aber davon ließen wir uns natürlich nicht abhalten. Zunächst machten wir einen erneuten Abstecher auf den Grote Markt. Ein – wie der Name schon sagt – großer Platz mit einer Ansammlung von total hässlichen  Gebäuden aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Aber hässliche Gebäude können die eh gut hier. 😉

Dann führte uns unser Weg zur Schelde, dem Fluss. Dort erkundeten wir kurz die Steen, die Überreste einer alten Stadtburg. Und bei gutem Wetter hätte man von hier aus auch einen tollen Blick auf den Hafen von Antwerpen. Aber gutes Wetter war ja leider grade aus.

Also steuerten wir auf die zweite Kirche des heutigen Tages zu: die St.-Pauluskerk. Nur leider wollte man uns da nicht. Uns wurde die Tür vor der Nase zugeschlossen. 😦

Ein wenig frustriert zogen wir den Rückzug an. Das Wetter bot sich nicht für weitere Außenerkundungen an, für Innenerkundungen war es mittlerweile aber auch zu spät, da wir nichts mehr ordentlich hätten schaffen können. Da half nur die Flucht in eine ordentliche Kneipe und ein leckeres belgisches Bier, um unsere Laune wieder anzukurbeln.  Kurzerhand änderten wir die Planung und erkundeten ein Einkaufszentrum. Brachte allerdings nicht so viele neue Erkenntnisse. Da war der Carrefour-Supermarkt (einen ganz lieben Gruß an den Tipp-Geber ;-)) im Untergeschoss schon viel spannender. Wenn das so weiter geht, wird Susanne den größten Teil des Geldes für Lebensmittel ausgeben. Und Andrea macht da gerne sofort mit. 😉

Zum Abendessen gab es Pommes bei einer der ältesten und bekanntesten Buden Flanderns und jetzt sitzen wir in unserem gemütlichen Zimmer und schlürfen lecker Bier.

Mal schaun, was das Wetter morgen Vormittag hergibt. Wenn es passt, werden wir dem Hafen noch einen kurzen Besuch abstatten und auf jeden Fall noch einen Abstecher zur St.-Jakobskerk machen, in der Rubens begraben liegt. Okay – die Kirche dann wohl doch nicht, wie die Recherche grade ergeben hat. Die wird nämlich auch restauriert… so, wie gefühlt halb Antwerpen. Aber dann geht die Reise weiter nach Gent.

Hinterlasse einen Kommentar