Immer am Wasser entlang

Ein recht ruhiger Flug, mit traumhaftem Wetter ab der Ostsee und einem tollen Blick auf die Kreidefelsen, brachte uns innerhalb kürzester Zeit nach Kopenhagen. Einziges Manko war, dass es bei Air Berlin erst ab 14 Uhr Alkohol gibt. So viel zu unserem obligatorischen Flug-Piccolo. Noch am Flughafen wollten wir auch gleich die Sache mit der Starbucks-Tasse erledigen. Dummerweise gab es bei beiden Ständen keine Kopenhagen-Tassen mehr. Dann wird das wohl diesmal nichts, denn die anderen beiden Filialen, die es gibt, sind jwd…

Also auf zu unserer zentral gelegenen Ferienwohnung. In Empfang nahm uns Thomas, dessen Klamottenzusammenstellung schon recht gewöhnungsbedüftig war. Das war aber nichts gegen die Wohnung, die er uns dann präsentierte. Der Schnitt ist super, die Lage auch. Ganz zu schweigen von dem tollen Balkon. Aber die Deko… alles ist mit bunten Bildern zugepflastert. Von Buddhas über Sade, Obama, Mark Spitz und natürlich immer wieder Königs. Dazu kommen ein paar neckische Hirschgeweihe, Kriegerrüstungen aus Übersee und ein Esoterik-Diplom an der Wand. Schwer zu beschreiben, aber ziemlich absurd. Zumal uns bei Buchung nicht klar war, dass das hier eine eigentlich bewohnte Wohnung ist.

Nach einer gradezu absurden, aber auch sehr putzigen, Erläuterung der diversen Lichtinstallationen und der nicht grade zielstrebigen Erläuterung, wo die nächsten Supermärkte sind, nahm Thomas seinen Koffer und überließ uns unserem Schicksal. Kaum war er zur Tür raus, kriegen Andrea und ich erstmal den längst überfälligen Lachanfall, inklusive einem nicht enden wollenden Kopfschütteln. (Bildband folgt)

Unsere ursprüngliche Tagesplanung hatten wir schon längst über den Haufen geworfen und machten uns auf den Weg in die Stadt mit Ziel Amalienborg, um zu gucken, wie Königs so wohnen. Auf dem Weg haben wir schon einige schöne Dinge entdeckt, die wir uns in den nächsten Tagen noch ausführlicher angucken werden. Den ersten wirklichen A-Ha-Effekt hatten wir, als wir ahnungslos um eine Ecke bogen und vor uns plötzliche Nyhavn lag. Eine Straße voller kleiner bunter Häuser, ein Café neben dem nächsten und ein Kanal davor, in dem Oldtimer-Schiffe träge vor sich hin dümpeln. Auf der sonnenbeschienen Seite war die Hölle los, zumal hier ja gestern auch Feiertag war. Wir kämpften uns über eine Brücke, machten einen kurzen Zwischenstopp in einem Eisladen, um unser erstes dänisches Softeis zu essen – quasi gefrorene Sahne. Und weiter ging der Fußmarsch und ab hier war Ruhe pur. Man hat nicht das Gefühl, in einer Stadt unterwegs zu sein. Viel Grün, viel Wasser und ausnahmslos entspannte Leute. An der Amalienborg beschlossen wir, es bei der Außenbesichtigung zu lassen, da die Ausstellung nur noch eine Stunde geöffnet war. (Sowieso eins unserer größten Probleme: die seltsamen Öffnungszeiten) Aber die Kirche gleich nebenan war natürlich nicht vor uns sicher. Ursprünglich sollte es der größte Kuppelbau Europas werden, aus Marmor versteht sich. Leider ging das Geld aus und es ist ein etwas kleinerer Bau aus norwegischem Kalkstein geworden. Aber schön ist sie trotzdem.

Da wir nun schon so weit in den Osten der Stadt gelaufen waren, beschlossen wir, den letzten Rest Weg bis zur kleinen Meerjungfrau auch noch zu absolvieren. Einen Zwischenstopp legten wir in der einzigen anglikanischen Kirche Dänemarks ein. Ein Gebäude, das gut und gerne irgendwo in den Highlands stehen könnte. Von Weitem sahen wir dann schon das Objekt unserer Begierde, oder besser gesagt, die Menschenmassen, die es umlagerten. Damit hatten wir nun aber wahrlich gerechnet und Susanne war ja vorbereitet. So ein Teleobjektiv ist schon was Feines, kein Mensch zu sehen auf den Fotos. 🙂

Da es höchste Zeit für eine ausgedehnte Pause war, enterten wir ein Café direkt am Wasser und ließen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Und wir waren uns schnell einig, dass wir noch nie in einer so entspannten Stadt unterwegs waren. Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung, statten wir noch dem Kastellet einen Besuch ab. Eine uralte, sehr gut erhaltene Zitadelle, die zwar immer noch militärisch genutzt wird, aber auch ein beliebter und sehr idyllischer Ausflugsort ist.

Der dann folgende doch recht lange Fußmarsch entlang am Wasser führte uns in den Supermarkt, der gar nicht so kompliziert zu finden war, wie es die Erklärungen unseres Vermieters impliziert hatte. Täglich geöffnet von 8 bis 24 Uhr, endlich mal vernünftige Öffnungszeiten, 😉

Nach einem Frühstück auf dem Balkon, machen wir uns jetzt auf, den nicht ganz so ruhigen Teil Kopenhagens zu erkunden.

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