Da wir Montag sehr früh im Bett waren, wurden wir am Dienstag schon vor dem Wecker wach und konnten ganz entspannt in den Tag starten, was dazu führte, dass wir überpünktlich an unserem Ausflugsziel ankamen: Hampton Court Palace, seines Zeichens ein sehr imposanter Tudor-Bau und die ehemalige Residenz von Heinrich dem VIII. Ihr wisst schon: der mit den sechs Frauen, die alle keine lange Halbwertzeit hatten.
Da das Wetter ab Mittag ungemütlich werden sollte, haben wir uns erstmal ein wenig in den ausufernden Gartenanlagen herum getrieben, wobei uns vor allem der 2014 neu angelegte Küchengarten interessierte. Nach jahrelanger Forschung hat man dort so originalgetreu wie es ging, die Kräuter-, Gemüse-, und Obstsorten wieder angebaut, die zu Heinrichs Zeiten da wuchsen.
Passend dazu haben wir uns im Schloss dann als erstes den Küchentrakt angesehen, imposante 64 Räume umfassend, von denen zum Glück nicht alle zur Ausstellung gehörten. Das, was uns präsentiert wurde war aber sehr beeindruckend und vor allem sehr liebevoll gestaltet. Mit vielen kleinen Details hat man hier versucht, einen Eindruck davon zu vermitteln, was für ein Treiben hier herrschte, wenn in den Küchen 600 Portionen Essen zubereitet werden mussten. Da ist eine moderne Großküche ein Kindergarten gegen.
Nach der Informationsflut war eine erste Pause dringend nötig. Hampton feiert dieses Jahr sein 500jähriges Jubiläum, was an allen Ecken und Enden mit Besonderheiten gefeiert wird, so auch in den Cafés des Schlosses, denn es gab Kuchen nach Rezepten aus 500 Jahren. Der Käsekuchen war ein bisschen gewöhnungsbedürftig… 😉
Susanne wollte dann erstmal eine rauchen. Dazu mussten wir das Schlossgelände allerdings verlassen und noch ehe die Mädels am Eingang reagieren konnten, fing der Audioguide um Susannes Hals ganz hektisch an zu piepen. Offenkundig wollte er sich keine drei Schritte von seinem Basislager entfernen. Schwupps nahm man uns die Teile ab und versprach, sie auf einem Tisch zu lagern, wo wir sie dann wieder kriegen würden. Aber wären es auch wirklich unsere? Und nicht vielleicht welche in chinesisch…?
Nachdem wir glücklich unsere deutschen Führer wieder am Hals hatten, wendeten wir uns den Räumen von Heinrich VIII zu. Wie auch schon in der Küche wurde die Geschichte hier auf sehr liebevolle und abwechslungsreiche Weise präsentiert. Ähnlich wie in Kensington hat man sich wirklich Gedanken gemacht, wie man die Besucher fesseln und unterhalten kann, und nicht nur dröge Fakten präsentiert. Dazu kamen noch jede Menge Personal, die teils in historischen Kostümen immer wieder gerne für Fragen bereit standen oder die ein oder andere Anekdote erzählten. Auch hier ein rundum gelungenes Museumskonzept. Und wir haben gelernt, dass angeblich immer noch der Geist von Heinrichs fünfter Frau durch die Galerie spukt und um ihr Leben fleht. Wie anders wäre es sonst zu erklären, dass an keinem Ort in diesem Schloss bis heute so viele Schwäche- und Ohnmachtsanfälle bei Besuchern zu verzeichnen sind? 😉
Damit hatten wir beide Highlights des Schlosses bereits hinter uns gebracht, aber es gab noch einiges anderes zu sehen, wovon wir uns die gregorianische Geschichte und die Räume von William III. angesehen haben. Zum einen war es danach bereits reichlich spät und zum anderen war die Grenze unserer Aufnahmefähigkeit überschritten. Zeit also, zurück in die City zum Hotel zu fahren.
Eigentlich hatten wir keine weiteren Planungen für den Tag, andererseits war es noch recht früh am Abend. Und wozu hat man Planungen? Um sie umzuwerfen. Nachdem wir uns also etwas im Hotel aufgewärmt hatten (ganz schön kalt in so alten Gemäuern), stürzten wir uns nochmal in’s Treiben und fuhren zum Leisester Square. Susanne wollte noch ein paar Schafe jagen, und essen mussten wir ja auch noch was. Wenn man mitten in China Town steht, ist es natürlich naheliegend, eins der fünf Millionen chinesischen Restaurants auszuprobieren. Wir entschieden uns für einen Laden mit dem absolut typisch chinesischen Namen „Lido“, und bereuten diese Wahl keinesfalls.
Frisch gestärkt machten wir noch einen Abstecher in die nahe gelegene m & m’s World, gaben das ein oder andere Pfund aus und traten dann glücklich und zufrieden den Weg zurück in’s Hotel an.
Wetterbedingt muss der Themsetag bis Freitag warten und wir kümmern uns heute um ein paar andere Programmpunkte. Ihr werdet lesen, welche das waren. 🙂