Auf dem Canada Highway quer durch Ontario

Auch dieser Tag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen. In Ottawa ist ja bekanntermaßen auch ein NHL-Club angesiedelt. Leider passten der Spielplan und unsere Reisepläne nicht zusammen, aber das heißt ja nicht, dass man die Halle und den dort ansässigen Shop nicht besuchen kann. Geht allerdings nur mit dem Auto, denn die Halle liegt 30 Minuten vor den Toren der Stadt. Zentral ist anders, aber sie ist leicht erreichbar. Die beiden Mitarbeiter guckten uns freudig an, als wir den Laden betraten. Laufkundschaft ist da eher nicht an der Tagesordnung. Einige Kleinigkeiten nahmen wir natürlich mit, ehe wir den Rückweg antraten. Wieder in Ottawa, führte unser erster Weg uns zum Parliament Hill. Unsere Recherchen hatten bereits zuhause ergeben, dass derzeit leider keine Führungen stattfinden, da umfangreich restauriert wird. 

Wir näherten uns dem Hügel, auf dem das Parlament thront von der Parkseite und hatten bereits hier einen wunderbaren Blick über den Rideau River, der durch die Stadt fließt. Auch, wenn wir aufgrund der Bauarbeiten, nicht ums Parlament laufen konnten, schlenderten wir so nah wie möglich heran. Ist schon ein hübsches Gebäude was die Kanadier sich da hingestellt haben.
Anschließend liefen wir in Richtung Downtown und schauten einfach die Stadt an. Die Mischung aus kleinen älteren Gebäuden und modernen Hochhäusern ist hier schon sehr witzig. Alles steht wild durcheinander.
Zum Ausklang des Tages fanden wir uns in unserem vertrauten Byward Market Viertel wieder. Wir entdeckten einen wundervollen Buchladen, der aber auch alles für einen gemütlichen Leseabend anbot. Klar, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, dazu dann eben auch Kerzen , Kuschelsocken und andere wundervolle Dinge – Hockeydinge! Wir waren uns schnell einig, solch ein Laden in Berlin wäre unser Verderben. Beim abschließenden Schlendern durch die Straßen rund um den Markt entdeckten wir dann noch einen Laden, der unsere Aufmerksamkeit erregte. Kanada und Ottawa-Merch in einer Qualität und zu Preisen, wie wir es bisher noch nicht gesehen hatten. Es dauerte, wie immer, nicht lang, bis ein aufmerksamer Verkäufer fragte, ob wir Hilfe bräuchten. Dann fragte er, wo wir herkommen. Auf unsere Antwort hin fing er an, in zuckersüßem , etwas holprigem Deutsch mit ganz starkem Schweizer Einschlag mit uns zu sprechen. Er erklärte, dass seine Familie ursprünglich aus der Schweiz kommt und kam aus dem Plaudern gar nicht mehr raus. Aber endlich konnten Andrea und Heike mal mit plaudern und mussten nicht nur lächelnd daneben stehen. Zu unserer aller Belustigung äußerte sich auch das Paar hinter uns. Sie kamen aus Friedrichshafen, was bekanntermaßen direkt neben Mannheim liegt, und beteuerten, dass sie nichts mit Eishockey am Hut hätten, nachdem sie Andreas Jacke gesehen hatten. Auch mit denen plauderten wir einen kurzen Moment.
Dann war auch unser letzter Tag in Ottawa vorbei.

 

Der heutige Tag bedeutete wieder eine etwas längere Autofahrt, da es rüber auf die kleine Insel Prince Edward im Lake Ontario ging. Aber erst einmal ging es in Ottawa noch zu den Hog’s Back Falls, offiziell Prince of Wales Falls. Kleine, künstliche Wasserfälle in einer tollen Parkanlage gelegen. Erneut hatten wir heute perfektes Herbstwetter und so bot der Park inkl. Wasserfall einen tollen Anblick. Sehr lange konnten wir es nicht genießen, denn wir hatten ja noch einiges an Weg vor uns.
Auf diesem lag der größte Hockeyshop unserer Reise. Hier mussten wir unbedingt hin, denn Heike war auf der Suche nach einem ganz bestimmten Hoodie. Diesen hatten wir bereits zweimal entdeckt, waren aber immer haarscharf an der passenden Größe vorbeigeschrammt. Dieser Shop war quasi unsere letzte Hoffnung. Hier gab es alles was Hockeyspieler und auch Hockeyfans benötigen und noch viel mehr. Zu ihrer Begeisterung entdeckte Sanne, dass es auch Leafs-Trikots der letzten Saison mit 20% Rabatt gab. Einige hektische Nachrichten mit Holger später hatte sie den Kauf getätigt, der von Anfang an für sie der wichtigste der ganzen Reise war. Böse, diese Läden. Ganz, ganz böse!

 

Nun war aber wirklich Abfahrt angesagt. Wie immer, wenn es geht, unter Vermeidung der Autobahnen. Und in dem Fall war es wirklich das Beste was wir machen konnten. Denn unser Weg führte uns über den Canada Highway. Kilometer um Kilometer, durch die pure Landschaft .Ein See nach dem nächsten und Wälder, die im strahlenden Sonnenschein um die Wette leuchteten. Und endlich einmal ein Straßenpflaster was tipptopp in Ordnung war. Denn ansonsten sind Kanadas Straßen zum Teil schon recht löchrig und holprig. Definitiv die schönste Strecke unserer bisherigen Reise. Okay… sie hatten uns nicht verraten, dass es auch kilometerlang keinen Tim Hortons gab, dabei hatten wir mittlerweile alle Kaffeedurst. Zum Glück hatten wir wenigstens vorher noch getankt, denn auch damit wäre es unterwegs etwas schwierig geworden. Nachdem wir endlich doch auf einen Tim Hortons stießen und unsere Pause gemacht hatten, lag noch ein Stündchen Fahrt vor uns. Manchmal ist es ja gut, wenn man nicht weiß, was einen unterwegs erwartet. Wenn Susanne geahnt hätten, dass sie über eine Brücke muss, die aufgrund von Bauarbeiten plötzlich halbiert war und nur noch aus einer engen Fahrspur bestand, hätte sie vermutlich einen Umweg in Kauf genommen. Aber half ja nichts. Wenden ging nicht, Augen zuhalten wäre auch keine gute Idee, also den Blick stur auf den Vordermann gerichtet und durch da. Am Ende der Brücke merkte sie, dass sie vielleicht mal wieder atmen sollte. Zum Glück warteten auf den letzten 15 Kilometern keine Überraschungen mehr und wir fanden unsere nächste Unterkunft in Picton recht schnell. Auf den Bildern war diese Unterkunft schon ein echtes Highlight. In natura ist sie einfach nur der Hammer! Ein altes Haus was so liebevoll bis ins Detail eingerichtet ist, dass man Tage braucht um alles zu entdecken. Schön war es von der Gastgeberin selbst begrüßt zu werden. Sie führte uns mit Stolz in ihr Haus und machte mit uns einen kleinen Rundgang. Über unser Entzücken freute sie sich genauso, wie wir übers Haus. Auf unsere Frage nach dem nächsten Supermarkt – denn wir brauchten Milch für den Kaffee – kam ein Lächeln und der Gang zum sehr gut vorbereiteten Kühlschrank. Darin war nicht nur Milch, sondern auch Joghurt, Eier, Blaubeeren, Orangensaft und alles weitere für ein gemütliches Frühstück. So viele Leckereien hatten wir uns während der ganzen Reise bisher nicht gegönnt. Jedes Quietschen von uns quittierte Jane mit einem kleinen Jubelschrei. Sie ist einfach glücklich, wenn es ihren Gästen gefällt und sie eine tolle Zeit hier haben. Andrea wollte spontan die Pläne für die letzten Tage canceln und einfach hier bleiben. Ganz ernsthaft, sollte uns unser Weg nochmal in den Osten Kanadas führen, steht diese Unterkunft hier ganz oben auf der Liste. Und das für mehr als nur zwei Tage!

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