Endlich Edinburgh!

Nun haben wir ihn also hinter uns, den ersten Flug seit drei Jahren und den ersten vom BER. Abgesehen von der deutlich längeren Anreise (zumindest für Susanne) und den doch etwas weiteren Wegen, haben wir nix zu meckern. Check-In und Sicherheitskontrollen gingen zügig. Gut, die Maschine war noch nicht da, als wir zum Boarding aufgefordert wurden, aber da kann der Flughafen ja nix für. Mit einer halben Stunde Verspätung waren wir also endlich auf dem Weg nach Edinburgh.

Die Ankunft hier war so ungefähr das Schnellste, was wir je erlebt haben. Raus aus dem Flugzeug, Toiletten gesucht und da drehten unsere Koffer auch schon ihre Runden auf dem Transportband. Krass! Auch der Transport in die Stadt ist dank einer direkten Busverbindung einfach und schnell erledigt. Unsere Wohnung war nicht unsere erste Wahl – durch die dreimalige Verschiebung war die nämlich leider nicht mehr frei – aber sie ist geräumig, super gut ausgestattet, immer noch recht zentral gelegen und bietet Ausblick auf den Arthur’s Seat, quasi dem Hausberg von Edinburg, einem ehemaligen Vulkan. Sieht schon imposant aus.

Aber, da wir nicht zum Spaß hier sind, haben wir nur kurz unseren Kram sortiert und dann ging es auch schon wieder los. Natürlich besteht die Top Drei der Must-Sees von Andrea aus royalen Hotspots und da einer davon nur 10 Minuten Fußweg entfernt ist, hat der Palace of Holyroodhouse das Rennen gemacht, unsere erste Station zu werden.

Der kleine, aber sehr feine Palast ist die offizielle Residenz der Queen in Edinburgh. Sie ist regelmäßig einmal im Sommer hier und hält verschiedene Empfänge, gerne auch Gartenparties – kein Wunder bei diesem traumhaften Garten! Aber auch bei den anderen Mitgliedern der königlichen Familie ist Holyrood sehr beliebt und wird rege genutzt.

Der Rundgang wird von einem toll gemachten Multimedia-Guide unterstützt, auf dem auch Mitglieder der Königsfamilie zu Wort kommen. Und Rubbel- und Suchbilder gibt es auch. Ja, Museen können sie auf der Insel, haben wir ja schon häufiger festgestellt. 

Was natürlich nicht fehlen durfte, war ein Besuch im Museumsshop, zumal das der einzige ist, in dem es wirklich das offizielle Königsmerch gibt. Über diese halbe Stunde breiten wir einfach mal das royale Mäntelchen des Schweigens. Abgesehen vielleicht von dem wirklich sehr freundlichen Verkäufer, der Susanne in aller Seelenruhe ausfragte, was wir denn alles vorhaben in den nächsten Tagen.

Nun brauchten wir aber dringend eine Pause. Der nächste Pub war ein paar Minuten entfernt, aber noch machbar. Eigentlich wollten wir ja nur was trinken, aber so nach und nach reifte der Plan, Fish & Chips zu futtern, nachdem wir feststellten, dass es sonst vielleicht schwierig werden würde, angesichts unserer weiteren Planung. Das Problem war nur: in der Küche war Annahmestopp, da im hinteren Teil des Ladens eine große Gesellschaft irgendwas feierte. Wir saßen gerade so schön und beschlossen zu warten. Irgendwann kam ein – ebenfalls sehr freundlicher – Mitarbeiter zu uns an den Tisch und flüsterte Susanne zu, dass wir jetzt bestellen könnten. Und ratzfatz stand eine riesige, ganz frische Portion vor uns. Das war genau die richtige Entscheidung! Das beste Fish & Chips was wir jemals auf der Insel gegessen haben. Und endlich einmal ohne diesen Berg von Erbsen, die eh immer durch die Gegend purzeln.

Nach dem Fußmarsch zurück zur Wohnung waren wir eigentlich Sofareif, aber der Kühlschrank war noch leer. Also mussten wir uns nochmal aufraffen und zum Supermarkt, der zum Glück nicht weit weg ist. Ob die Regale wegen des Brexits so leer waren oder wegen der fortgeschrittenen Stunde, wissen wir nicht. Aber wir bekamen alles, was wir brauchten. Danach war dann aber wirklich Sofa und ein Absacker angesagt.

Tag 2

Heute wollten wir hoch hinaus. Edinburgh Castle war das erste Tagesziel. Dass man dazu Bergsteigen muss, hat uns niemand verraten. Von der Seite, wo wir hoch wollten, führte eigentlich eine Treppe nach oben. Dummerweise war die außer Betrieb. Naja, wenigstens haben wir so den Shop von der Scottish National Gallery entdeckt. Und wer unsere Blogs aufmerksam verfolgt weiß, dass wir Museumsshops lieben. Einen kleinen Umweg und einen steilen Anstieg später waren wir dann endlich beim Castle. Tickets hatten wir ja zum Glück schon – dank des Tipps eines guten Freundes, der letzte Woche an gleicher Stelle unterwegs war, wir hätten nämlich auch keine mehr bekommen. Erstmal haben wir uns eine Übersicht verschafft und festgestellt, dass das Shop-System genauso ist wie im Tower of London. Jeder verkauft was anderes. Naaa gut, zum Glück waren die Shops auf der Karte eingezeichnet. Andrea markierte alle, so dass auch keiner übersehen wird. Theoretisch jedenfalls. Praktisch haben wir einen, trotz größter Suche, einfach nicht gefunden. Das viel größere Shopdrama tat sich allerdings im Herzsstück des Castles auf – den schottischen Kronjuwelen! Dort freute sich Andrea auf den entsprechenden Kronjuwelen-Shop, aber…. GESCHLOSSEN! Sanne musste eine kurz fassungslose Andrea beruhigen. Die Kreditkarte wird allerdings jubiliert haben, endlich mal eine kurze Pause. Die militärischen Ausstellungen haben wir alle links liegen lassen, aber auch so gab es noch genug zu sehen. Vor allem jede Menge Aussicht bei aller schönstem Wetter. Alle haben uns im Vorfeld gesagt, dass wir die One o‘clock Gun nicht verpassen sollten. Klang auch erstmal spannend, aber Vor Ort stellte sich heraus, dass die Hälfte der Anwesenden Touris sich schon Ewigkeiten vorher in Position brachten. Da hatten wir ja nun gar keine Lust drauf. Nachdem wir es eigentlich schon abgewählt hatten, tat sich plötzlich doch eine kleines Sichtfenster etwas oberhalb der Kanone auf. Und es war kurz vor 13 Uhr. Gut, stellten wir uns also hin. Der Kanonenboy machte was er sollte, sah gut aus (jedenfalls aus der Entfernung) und dann machte es kurz puff und vorbei war es. Hmmm, ein Wachwechsel wäre spannender gewesen. Aber gut, es hat eine historische Bedeutung.

Nachdem wir alles gesehen, alle Shops besucht und unseren Füßen eine kurze Pause gegönnt haben, haben wir uns in das Getümmel von Castlehill gestürzt. Ein Wollladen jagt den nächsten. Zwischendrin Whisky- und Merchläden. Das ganze Touri-Programm halt. Ein paar Läden haben wir besucht – man muss sich ja ne Übersicht verschaffen – aber es war immer noch höllisch voll, obwohl das Festival seit dem Wochenende vorbei ist. Nachdem besagter Freund vor einer Woche hier bereits auf Mützenjagd war, macht Andrea es ihm nun nach. In einem der Castleshop gab es eine hübsche Baskenmütze, nur leider in Pink. War schön, aber ist im Alltag schwierig zu kombinieren. Also schauen wir nun ob wir was ähnliches finden. Es gibt karierte, eine davon ist schon so gut wie gekauft, aber das Ursprungsmodell wäre noch schöner.

Andrea hat diesen Drang, immer in schön aussehende Durchgänge rein zu gucken. Zum Glück, denn hinter dem einen versteckte sich ein kleiner Hof mit einem schnuckeligen Pub. Und im Vergleich zum Getümmel auf der Straße herrschte hier himmlische Ruhe. Erstmal ein Cider! Bei der Gelegenheit entdeckten wir das Writers Museum, was eigentlich nicht auf unserer Liste stand. Aber es sah sehr schön aus und ist umsonst. Vielleicht bauen wir es ja doch noch ein. Zurück auf der Tourimeile bewegten wir uns langsam in die Richtung des Restaurants, wo wir zu Abend essen wollten, da entdeckte Andrea eine wunderschöne Kirche voraus, an deren Tür noch reges Treiben herrschte. Mussten wir uns doch gleich mal genauer angucken. Es handelte sich um die St. Giles Cathedral, eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist die Hauptkirche der Church of Scottland. Und hier kommt ein Pro-Tipp von uns. Wenn draußen die Sonne scheint und es Richtung Abend geht, ab in diese Kathedrale. Das Licht im Inneren ist zu dieser Zeit einfach spektakulär! Leider schließen sie um 18 Uhr und wir haben nicht alles geschafft, aber den Abschied versüßen sie einem mit Orgelklängen. Hach!

Dank des perfekten Bussystems in Edinburgh fanden wir gut nach Hause und schon hat Tag drei begonnen. Aber darüber schreiben wir später. Jetzt ist meine Zeit mehr. Heute kommen noch zwei Freundinnen. Die sind schon in der Luft und wir müssen vorher noch schnell mal in den Hafen von Edinburgh.

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